Interview mit Andreas

Morgens Joggen: Hey Andreas! Stell Dich den Lesern doch kurz einmal vor.

Andreas: Ich heißte Andreas, wohne in Frankfurt am Main und bin 45 Jahre alt. Ich arbeite als Vertriebscoach im Bankwesen und würde mich inzwischen im Vergleich zu den meisten Gleichaltrigen als sportlich bezeichnen.

Wann und warum hast Du mit dem Joggen angefangen?

Ich bin als junger Mensch immer sportlich gewesen. Ich übte 10 Jahre lang Karate aus. Nachdem der Beruf meine Freizeit immer mehr verschlungen hatte, blieb mir keine Zeit zum Training mehr. Ich gab den Sport auf und tat fortan nichts mehr.

Das strafte mich sehr schnell. Ich nahm deutlich zu und wurde schwerfällig, kränklich und bisweilen auch unleidlich. Auch als sich meine Konfektionsgröße um drei Nummern vergrößerte, änderte ich nichts an diesem Umstand. Hinzu kamen Tabak und Alkohol. Eine Mischung, die nicht gut enden konnte.

Erst als mein Sohn zur Welt kam, begann eine Veränderung in meinem Kopf. Verantwortung ließ mich umdenken, ich hatte nun einen Sohn, dem ich Vorbild sein wollte.

Die Pfunde mussten runter, die Kippen und der Alkohol ebenfalls. Wobei ich mir bis heute mein „Feierabendbier“ gönne! Also zog ich meine alten und ausgetretenen Laufschuhe an lief los.

Wie schwer ist Dir der Wiedereinstieg gefallen, nachdem Du so lange Zeit, nichts für Deinen Körper getan hast? Erinnerst Du Dich noch an die ersten Male?

Und wie ich mich an das erste Mal erinnere! Das war eine Qual für mich, denn ich wollte nicht wahr haben, dass meine Kondition weg war. Ich schnaufte wie eine alte Dampflok die sich über die Alpen quälte.

Nimm Dir Zeit für Deine Gesundheit, sonst nimmt die Zeit Dir Deine Gesundheit!
– Andreas

Ich machte den Fehler, den viele machen, die nach Jahren mit dem Sport/Laufen wieder anfangen. Ich war zu schnell unterwegs und hatte mich überschätzt! Neben einem saftigen Muskelkater hatte ich nichts erreicht.

Weiterhin kam der Umstand hinzu, dass ich abends nach meinem Job keine Lust hatte, mir noch mal diese Schinderei anzutun. Aber ich blieb dran und begann, mein Laufen in die Morgenstunden zu verlegen.

Und Du bist drangeblieben. Kompliment! Wie häufig joggst Du heute und warum gerade morgens?

Ich laufe an jedem Werktag. Der Morgen ist ideal. Da habe ich Zeit, die Luft ist klar und frisch. Die Hektik des Alltages schlummert noch und es sind kaum Menschen auf der Straße.

Der Kreislauf kommt in Schwung und nach dem Laufen setzt das gute Gefühl ein, an diesem Tag bereits etwas Sinnvolles getan zu haben.

Wie genau läuft das bei Dir dann ab an einem Morgen?

Ich stehe um 5:45 Uhr auf und laufe um 6:00 Uhr los. Ich frühstücke dann nach dem Lauf, wobei ich nicht viel esse. Ich habe das Gefühl, dass mein Körper nicht viel braucht nach so einem Lauf. Allerdings trinke ich ca. 250ml-300ml reines Wasser, meist aus der Leitung.

Läufst Du dann immer die gleiche Strecke?

Dieselbe Strecke zu laufen, wäre auf Dauer langweilig. So habe ich für die hellen Monate des Jahres 3 Laufstrecken. Und wenn es morgens noch dunkel ist, dann laufe ich durch den Ort, wobei ich da auch 3 beleuchtete Strecken habe. Dann allerdings auf Asphalt.

Ich laufe allerdings immer nach Zeit und nie nach Kilometern. So vermeide ich, mich selbst unter Druck zu setzten. 30-40 Minuten morgens reichen mir da völlig.

Läufst Du gemütlich oder schnell?

Immer nach Gefühl. Da ich jeden Werktag laufe, frage ich meinen Körper worauf er Lust hat. Da klingt lustig ist aber durchaus ernst gemeint. „Er“ stellt automatisch das Tempo ein. Und ich laufe mit ihm meine Strecke. So vermeide ich, mich selbst zu überfordern.

Kommen wir zum Thema Motivation. Wie schaffst Du es jeden Werktag morgens zu joggen?

Da ich nun schon einige Jahre morgens laufe, ist es zu einem festen Ritual geworden. Der Wecker geht und ich schwinge sofort meine Beine aus dem Bett. Danach greife ich meine Wasserflasche die am Bett steht und trinke einen kräftigen Schluck. Damit vermeide ich, dass ich einfach liegenbleibe.

Auch ich habe immer noch den lästigen Gesellen namens „Schweinehund“ vor meinem Bett liegen. Zwar knurrt er nicht mehr so laut wie früher, aber er ist noch da. Symbolisch mache ich dann einen großen, leisen Schritt über ihn hinweg um ihn nicht zu wecken. Vor meinem Bett liegen meine Laufsachen. In die schlüpfe ich sofort nach dem Aufstehen hinein.

Gibt es bestimmte Dinge, die Dich besonders motivieren und Dir bei dem Schritt über den Schweinehund helfen?

Das sich meine Gesundheit, mein Wohlbefinden und mein Gewicht die Waage halten. Ich habe keinen Topmodellkörper, will ich auch nicht. Mein „Sixpack“ ist immer noch gut eingepackt, aber ich fühle mich wohl und nur das zählt!

Das motiviert mich jeden Morgen. Ach ja, solange ich nicht aus dem Haus bin, schaue ich nicht nach dem Wetter!

Was machst Du, wenn Du mal keine Lust hast oder längere Zeit ausgesetzt hast?

Wie gesagt, wenn ich keine Lust habe, bin ich entweder krank oder mein „Schweinehund“ bellt und knurrt. Dann steige ich halt wieder mit einem großen Schritt über ihn hinweg. Nur wenn mich eine Erkältung ans Bett fesselt, laufe ich nicht. Nur wenn im Winter die Temperaturen unter minus 10 Grad sinken, stelle ich das laufen ein. Hier ist mir die Gefahr eines Infekts zu hoch.

Welches Gefühl gibt Dir Deine morgendliche Laufrunde?

Ich fühle mich wohl, fit und bereit für den Tag. Egal was kommt!

Es ist die einzige Zeit am Tage die ich für mich ganz alleine habe. Hier gehen mir Gedanken durch den Kopf, die mich auf meinen Tag vorbereiten. Ich kann viel klarer und freier denken.

Was würdest Du jemand sagen, der dieses Interview heute liest und überlegt, ob er in Zukunft morgens regelmäßig joggen sollte?

Einfach tun! Langsam und immer auf die Stimme seines Körpers achten. Wir haben nur diesen einen Körper und der ist nun mal auf Bewegung ausgelegt.

Wir haben auch nur eine Gesundheit, die uns am Anfang kein Geld kostet. Erst wenn wir unsere Gesundheit nicht mehr haben, geben wir viel Geld dafür aus, um sie wieder zu haben.

Also warum nicht jetzt in gute Laufschuhe investieren und im Ergebnis auf die Jahre durch eine gute Gesundheit viel, viel Geld zu sparen! Laufen kann ich immer und überall. Der Morgen bietet sich an, da ich eh aufstehen muss. Also warum nicht 1 Stunde früher.

Nimm Dir Zeit für Deine Gesundheit, sonst nimmt die Zeit Dir Deine Gesundheit! Viel Spaß und guten Morgen!

Was für wunderbare Schlussworte! Danke für Deine Zeit!

Mein Kommentar

Von Andreas kannst Du sehr viele Dinge lernen. Besonders interessant ist sein Umgang mit dem Schweinehund. Obwohl er es schafft, jeden Werktag joggen zu gehen, wird auch er den Schweinehund nicht ganz los. Aber dadurch dass er sich den Schweinehund bildlich vorstellt, fällt es ihm leichter den „großen Schritt“ über ihn herüber zu machen. Versuch das doch bei Dir auch einmal.

Du siehst auch an Andreas, der als junger Mensch sehr viel Sport getrieben hat und anschließend durch den Stress bei der Arbeit dafür keine Zeit mehr gefunden hat, dass der Einstieg sehr schwer ist. Seinen Tipp „Langsam und immer auf die Stimme des Körpers achten“ solltest Du deshalb unbedingt beherzigen.

Hast auch Du eine Erfolgsgeschichte, die Du erzählen möchtest? Schreib doch eine schnelle Nachricht über das Kontaktformular!

Ein Gedanke zu „Interview mit Andreas“

  1. Da konnte ich mich sehr gut wieder erkennen. Ich bin Täglichläufer und der Schweinehund liegt jeden Morgen vor meinem Bett. Nur muss ich ihn mir nicht vorstellen, sondern er -respektive sie- liegt da tatsächlich. Unsere Hündin muss halt raus und dann gehe ich halt mit 😉 und das täglich… Manchem Tag fällt es halt leichter als an anderen Tagen…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.