Warum Du morgens Joggen solltest Teil 1: Motivation

Es gibt viele sehr gute Gründe, die Laufeinheit auf den Morgen zu legen. In dieser Artikelserie „Warum Du morgens Joggen solltest“ stelle ich Dir ein paar von diesen Gründen vor.

Heute geht es um das wichtige Thema Motivation. Du weißt selbst, wie schwer es sein kann, den inneren Schweinehund zu überwinden und Dich zum Joggen zu motivieren. Aber wusstest Du, dass Deine Motivation morgens am größten ist?

Du musst Dir Deine Motivation wie eine Batterie vollgetankt mit Willenskraft vorstellen, die den ganzen Tag auf Hochtouren läuft und abends nach einem anstrengenden Tag fast leer ist. Abgesehen davon, dass Du abends natürlich körperlich auch müder bist, triffst Du den ganzen Tag über Entscheidungen, für die Du ein bisschen Deiner täglichen Willenskraft verbrauchst:

  • Stehe ich jetzt auf oder bleibe ich lieber noch 5 Minuten länger im Bett liegen?
  • Was ziehe ich heute an?
  • Beantworte ich jetzt meine E-Mails oder telefoniere ich als erstes mit einem wichtigen Kunden?
  • Checke ich jetzt schnell die neuesten Updates bei Facebook?
  • Verzichte ich heute auf den Nachtisch zum Mittag?

Und das sind nur ein paar eher belanglosen Entscheidungen. Wenn Du selbstständig bist oder Personalverantwortung hast, haben viele Deiner Entscheidungen erhebliche Konsequenzen für Dich und andere. Da ist es kein Wunder, wenn Du am Ende des Tages die Frage „Gehe ich jetzt noch eine Runde joggen?“ mit einem Nein beantwortest und die gemütliche Couch bevorzugst.

Über Nacht lädt sich die Batterie wieder auf

Nach einem langen, kräfteraubenden Tag tut es Dir besonders gut, wenn Du Deinen Körper mit 7-8 Stunden Schlaf vollkommen zur Ruhe kommen lässt. In zahlreichen Studien sind die regenerative Wirkung von ausreichend Schlaf und die katastrophalen Folgen von zu wenig Schlaf immer wieder nachgewiesen worden.1 Zu den negativen Folgen zählen mangelende Konzentration und Leistungsfähigkeit, genauso wie ein geschwächtes Immunsystem und organische Schäden.

Dein Körper erholt sich im Schlaf gewissermaßen von selbst und tankt dabei auch Deine Motivation wieder auf. Deine Willenskraft, sich dem Schweinehund zu widersetzen, ist dann am größten. Mit anderen Worten steigt die Chance, dass Du überhaupt Sport treibst, wenn Du es gleich morgens tust.

Ich will damit nicht sagen, dass es morgens unbedingt viel leichter als abends ist, Dich zum Joggen zu motivieren. Aber da Deine natürliche Motivation dann am größten ist, hast Du noch genug Willenskraft, einfach loszulegen.

Jede Minute zählt

Ich empfehle Dir, wirklich so schnell wie möglich nach dem Aufstehen mit dem Laufen anzufangen. Lass Dein Smartphone links liegen, lies die Zeitung erst später und zieh Dir sofort Deine Sportsachen an. Denn je mehr Du von den Nachrichten des Tages oder Problemen anderer Menschen abgelenkt wirst, desto schneller sinkt auch Deine Willenskraft, Dir und Deinem Körper mit einer Laufrunde etwas Gutes zu tun.

Außerdem „vergisst“ Du so auch schnell die Zeit und plötzlich schaffst Du es gar nicht mehr, vor der Arbeit noch joggen zu gehen. Vielleicht redest Du Dir dann ein, dass Du das dafür auf jeden Fall abends nachholst. Aber mal unter uns (hört ja niemand zu!): Wie oft hast Du Dir das schon selbst versprochen und es dann tatsächlich auch gemacht?

Abends fällt es Dir mit weniger Willenskraft wesentlich schwerer gegen Ausreden wie „Der Tag war so anstrengend, jetzt muss ich mich mal ausruhen“ oder „Dafür gehe ich morgen früh dann auf jeden Fall laufen“ anzukommen. Zusätzlich hattest Du den ganzen Tag Zeit, Dir Gedanken zu machen, ob Du wirklich laufen gehen solltest. Wenn Du gleich morgens Laufen gehst, bleibt nicht viel Zeit über irgendwelche Ausreden nachzudenken.

Probier es aus! Morgens ist Deine Motivation am größten. Und wenn Du es Dir fest vornimmst, dann gelingt es Dir auch den Schweinehund zu überwinden und mit einem großartigen Gefühl von Deiner morgendlichen Sporteinheit wieder nach Hause zu kommen. Und dann bist Du bereit für den Tag.

 

1 Zwei Studien als Beispiel für die Bedeutung von Schlaf und den Folgen von Schlafmangel:

Klare Ziele setzen

Falls Du schon einmal ohne ein richtiges Ziel vor Augen versucht hast, morgens regelmäßig laufen zu gehen, weißt Du es wahrscheinlich schon längst: Ohne ein konkretes Ziel ist die Joggingrunde am Morgen zum Scheitern verurteilt. Bevor Du also vollkommen planlos nach dem Aufstehen loslegst und Deinen Erfolg vom Zufall abhängig machst, solltest Du Dir einen kurzen Moment Zeit nehmen, um Dir über Deine Ziel klar zu werden.

In diesem Artikel lernst Du nicht nur, warum Zielesetzen so wichtig ist, sondern auch wie Du sie mit Hilfe der SMART-Methode richtig aufschreibst.

Warum helfen Ziele

Es gibt ein sehr schönes Zitat von dem Philosophen Seneca:

„Wer den Hafen nicht kennt, in den er segeln will, für den ist kein Wind ein günstig.“

Ohne eine konkrete Vorstellung davon, was Du erreichen willst (und das gilt natürlich nicht nur für das morgendliche Joggen), bist Du wie das Segelschiff. Du treibst ziellos auf dem Meer herum und wirst nie am gewünschten Hafen ankommen. Die Zeit vergeht, ohne dass Du irgendwelche Fortschritte machst, weil Du mal ein bisschen in die eine und dann wieder in die andere Richtung segelst.

Wenn Du auf der anderen Seite genau weißt, wo Du hin willst, kommst Du nicht nur schneller voran, Du bist auch viel motivierter! Du kennst Dein Ziel und wirst versuchen, es auf dem schnellsten Weg zu erreichen. Ein klares Ziel kann ungeahnte Kräfte freisetzen und wird Dich auch dabei unterstützen, morgens joggen zu gehen.

Ziele setzen mit der SMART-Methode

Wenn Dein Ziel bislang nur „Ich will morgens joggen!“ ist, solltest Du die folgenden Absätze aufmerksam lesen und anschließend anwenden. Denn da können wir noch einiges verbessern. Ich empfehle Dir, Dein Ziel mit Hilfe der sogenannten SMART-Methode aufzuschreiben.

Das Wort „SMART“ steht für:

S = Specific (Spezifisch)
M = Measurable (Messbar)
A = Achievable (Erreichbar)
R = Realistic (Realistisch)
T = Time framed (Zeitrahmen)

Dein Ziel sollte alle diese Kriterien erfüllen, damit es Dich bei Deinen Vorhaben unterstützt. Schauen wir uns jetzt noch einmal „Ich will morgens joggen“ an. Es ist noch nicht sehr spezifisch, aber immerhin schon besser als „Ich will Sport treiben“, weil Du genau festgelegt hast, welchen Sport Du machen möchtest und auch ungefähr wann. Die anderen Kritieren fehlen entweder ganz oder sind nur wenig erfüllt.

Wie könnten wir das Ziel besser machen? Vielleicht so:

Ich gehe ab heute für die nächsten drei Monate jeden Montag, Mittwoch und Freitag direkt nach dem Aufstehen um 6:30 Uhr eine Runde von 5km im Park laufen, egal wie das Wetter ist und ob ich Lust darauf habe.

Das Ziel ist jetzt sehr spezifisch. Du weißt ganz genau, was Du tun musst. Du kannst den Erfolg messen. Denn wenn Du in den nächsten drei Monaten nicht an den vorgegebenen Tagen joggen gehst, hast Du dieses Ziel nicht erreicht. Es ist auch erreichbar und realistisch, weil Du Dir nur drei feste Tage vorgenommen hast und es nicht übertreibst. Wenn Du vorher noch nie gelaufen bist, kannst Du auch mit viel kleineren Schritten beginnen, die für Dich persönlich erreichbar und realistisch sind (Lies dazu: Erste Mini-Schritte für Einsteiger). Schließlich hast Du Dir für dieses Zeil auch einen konkreten Zeitrahmen gesetzt: Drei Monate. Wenn Du Dein Ziel dann erreicht hast, kannst Du Dir ein neues Ziel setzen.

Nimm Dir jetzt ein paar Minuten Zeit und formuliere Dein persönliches Jogging-Ziel mit Hilfe der SMART-Methode. Wenn Du möchtest kannst Du es anschließend auch in den Kommentaren für andere als Hilfe hinterlassen.

Viel Erfolg!

Inspiration: Von der Gehilfe zum Joggen

Wenn Du einmal wieder am Zweifeln bist, glaubst, dass Du es nicht schaffen kannst, dann schau Dir dieses berührende Video von Arthur an.

Er ist ein amerikanischer Golfkriegsveteran, dessen Körper von den vielen Fallschirmsprüngen so geschädigt ist, dass seine Ärzte ihm gesagt haben, er könne nie wieder ohne Gehhilfe gehen. Er ist extrem übergewichtig, ohne Hoffnung und vom Leben gezeichnet. Doch dann beginnt er mit Yoga-Übungen und macht langsame Fortschritte.

Wie viel Kraft und Überzeugung steckt in Dir? Ist es wirklich so schwer, morgens eine kleine Runde durch den Park zu joggen?