Warum Du morgens Joggen solltest Teil 2 – Zeit

Im ersten Teil dieser Artikelserie haben wir festgestellt, dass Deine natürliche Motivation morgens am größten ist und es Dir deshalb wesentlich leichter fällt, Deinen Schweinehund zu überwinden. Aber das ist nicht der einzige Grund, warum Du gerade morgens Joggen solltest. Denn wie oft scheitert Dein Sportprogramm an fehlender Zeit?

Wenn Du Dir vornimmst am Abend noch joggen zu gehen, ist die Wahrscheinlichkeit groß – mal ganz abgesehen von fehlender Motivation –, dass Du doch noch länger bei der Arbeit sitzt, Du Dich spontan noch mit Freunden triffst oder etwas anderes dazwischen kommt. Unter diesen Umständen ist es wirklich sehr schwer, mit einer gewissen Regelmäßigkeit abends Laufen zu gehen. Mit Sicherheit wird Dein Sportprogramm nicht jedes Mal die höhere Priorität haben.

Morgens ist meistens noch Ruhe

Im Gegensatz dazu hast Du morgens wahrscheinlich fast nie irgendwelche unvorhergesehenen Termine. Wenn Du 30 Minuten früher als üblich aufstehst, hast Du also eigentlich immer Zeit, Deine Joggingrunde zu laufen.

Außerdem wirst Du bemerken, wie ruhig es morgens ist, wenn alle anderen noch schlafen. Auf Deiner Joggingstrecke wird wahrscheinlich nicht so viel los sein und Du hast Zeit, Dich in Ruhe auf den Tag vorzubereiten. Abends wirst Du eher gestresst davon sein, dass Du nicht alle Aufgaben des Tages erledigt hast und die Welt um Dich herum wesentlich hektischer ist. Morgens bist Du optimistischer, Deine To-Do-Liste des Tages in Angriff nehmen zu können.

Achte in den nächsten Wochen selbst einmal darauf, wie häufig abends irgendwelche spontanen beruflichen oder privaten Termine oder Probleme auftauchen und Dich davon abhalten, Deinen Trainingsplan zu befolgen. Im Vergleich dazu ist der Morgen viel besser planbar.

Was ist, wenn Du sehr früh arbeiten musst?

Häufig höre ich immer wieder, dass einige Leser bereits um 5 Uhr mit der Arbeit anfangen müssen und sich fragen, ob sie um 4 Uhr überhaupt schon Sport treiben können. Das ist eine gute und berechtigte Frage. Wenn Du tatsächlich um 4 Uhr joggen gehen müsstest, um Dein Sportprogramm vor der Arbeit erledigen zu können, musst Du ganz genau auf Deinen Körper hören. Die menschliche Biorhythmuskurve ist um diese Uhrzeit meistens noch auf einem sehr niedrigen Niveau, so dass Du Dich eventuell schwer tun könntest, schon sportlich aktiv zu werden. Die Verletzungsgefahr kann dann steigen.

Da ich selbst noch nie um diese Zeit joggen war, fällt es mir schwer, irgendwelche Empfehlungen abzugeben. Auch die Frage, ob es um 4:30 Uhr dann schon viel besser ist, kann ich an dieser Stelle nicht seriös beantworten. Das Beste ist, wenn Du mit einem Arzt sprichst und selbst langsam ausprobierst (vielleicht erst nur ein bisschen gehen zum Wach- und Warmwerden), ob Du um diese sehr frühe Zeit schon Joggen kannst.

Wenn Du selbst schon Erfahrungen mit sehr frühem Joggen gemacht hast, schreib doch darüber in einen kurzen Kommentar um den anderen Leser zu helfen!

Soll ich vor dem Joggen frühstücken?

Wer hat sich diese Frage nicht schon einmal gestellt:  Sollte ich morgens auf nüchternen Magen joggen oder doch lieber erst etwas frühstücken? Leider lässt sich diese Frage nicht mit einem Satz beantworten. Denn die Antwort hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab.

Das Wichtigste ist, dass Du Dich wohl fühlst. Wenn Du also schon regelmäßig morgens Sport treibst und ohne Probleme nie vorher frühstückst, musst Du das nicht ändern. Hast Du die Erfahrung gemacht, dass Deine Laufrunde mit einem komplett leeren Magen für Dich nicht machbar ist, dann iss vorher eine Kleinigkeit.

Für alle anderen, die vielleicht gerade erst anfangen, gibt es nun die folgenden Tipps.

 

Wie trainierst Du?

Das Frühstück ist dazu da, Deinem Körper Energie und Kraft zu geben, um die Herausforderungen des Tages zu meistern. Du solltest also niemals komplett auf das Frühstück verzichten. Wenn Du allerdings nur 30 bis maximal 60 Minuten einen lockeren Ausdauerlauf machst, wirst Du das wahrscheinlich auch ohne etwas gegessen zu haben schaffen können.

Es hängt also maßgeblich davon ab, wie lange und wie intensiv Du Deine Joggingeinheit gestaltest. Wenn Du noch sehr anstrengende Zwischensprints einlegst oder vorhast, eine lange Strecke zu laufen, wird die Restenergie in Deinem Körper oft nicht ausreichen. Dann iss ein leichtes Frühstück.

Wann hast Du die letzte Mahlzeit gegessen?

Wenn Du morgens aufstehst, liegt die letzte Mahlzeit schon viele Stunden zurück. Du verbrauchst im Schlaf zwar nicht so viel Energie wie am Tag, trotzdem sind Deine Energiereserven nicht mehr so hoch. Das gilt vor allem, wenn Du normalerweise sehr früh Abendbrot isst und anschließend auch keine weiteren Snacks mehr zu Dir nimmst.

Wenn Du also zum Beispiel schon um 18 Uhr Abendbrot isst und auch noch darauf achtest, keine Kohlehydrate zu essen, wird es morgens schon sehr schwer, mit leerem Magen zu joggen. Isst Du auf der anderen Seite erst spät und reichlich, hast Du morgens meistens noch genug Energie „übrig“ für Deine Joggingeinheit.

Wasser trinken

Worauf Du aber auf keinen Fall verzichten solltest, ist mindestens ein Glas Wasser (nicht zu kalt!). Nach 7 Stunden Schlaf ist Dein Körper dehydriert und benötigt dringend Flüssigkeit, ganz egal ob Du nun Sport treiben willst oder nicht. Gerade wenn Du sehr schnell und viel schwitzt, sind ein paar Schlucke unverzichtbar.

Viele Menschen haben Probleme morgens direkt nach dem Aufstehen, viel Wasser zu trinken. Leichter geht es mit lauwarmem Wasser. Es kann auch helfen, sich langsam daran zu gewöhnen, indem Du die Menge langsam steigerst.

Teste selbst!

Wie ich am Anfang schon geschrieben habe, teste für Dich selbst, wie es bei Dir am besten klappt. Es gibt nicht richtig oder falsch. Vielleicht hilft es Dir auch, nur eine halbe Banane vor dem Laufen zu essen. Die liegt nicht allzu schwer im Magen, gibt Dir aber ein bisschen Kraft für die Runde.

Zum Schluss weise ich noch einmal auf den Artikel „Bessere Fettverbrennung ohne Frühstück?“ hin, weil diese Frage immer wieder auftaucht.